
Rheinischer Esel in Annen etwa 24 Stunden nach dem Regen © Christian Weiner
Wittener Ost-Esel in desolatem Zustand
Die wassergebundene Oberfläche des Radweges Rheinischer Esel in Witten ist zwischen Rüdinghausen und Annen wieder in einem desolaten Zustand.
Der Radweg Rheinischer Esel verbindet weitgehend steigungsfrei auf der ehemaligen Bahntrasse Löttringhausen–Langendreer die Städte Dortmund, Witten und Bochum. Er ist sowohl bei Freizeit- als auch bei Alltagsradfahrenden beliebt - und wäre noch beliebter, wenn die wartungsintensive, wassergebundene Oberfläche zwischen Rüdinghausen und Annen analog zum aktuell fertiggestellten größten Teil in Dortmund und zum westlichen Abschnitt zwischen Langendreer und Dortmunder Straße durch eine asphaltierte ersetzt werden würde.
Bereits in 2019 startete Nils Holub eine Online-Petition mit dem Ziel den östlichen Teil des Rheinischen Esels zu asphaltieren, die letztendlich nicht erfolgreich war. Die Petition wurde anfangs von der lokalen Politik und vom ADFC Ennepe-Ruhr unterstützt, es galt aber auf Grundlage des Radverkehrskonzeptes von 2019, erst höher priorisierte Probleme der Wittener Fahrradinfrastruktur wie die Entschärfung der „Wutkreuzung“ an der Ruhrstraße/Gasstraße und die Schrägseil-Fahrradbrücke über die Pferdebachstraße anzupacken. Weitere Projekte sind aktuell die Aufwertung des Ruhrtalradweges im Rahmen der Internationalen Gartenausstellung 2027, sowie der Neubau von Lakebrücke und Herbeder Ruhrbrücke. Für den Rheinischen Esel in Witten sind keine direkten, eigenständigen Fördermittel im Rahmen der offiziellen IGA 2027-Sterneprojekte vergeben worden.
Der Zustand des Ost-Esels in Witten hat sich trotzt regelmäßiger, kostenintensiver Instandhaltungsarbeiten in den letzten Jahren merklich verschlechtert - Erosion, Schlaglöcher, Staubentwicklung bei Trockenheit und Wasserpfützen nach Regen erzeugen nun im Jahre 2026 insbesondere bei Alltagsradfahrenden Frustration. Als täglicher Radpendler beschreibt und dokumentiert Christian Weiner in einer Note an die Stadt Witten die Situation. Mittlerweile weicht er an Regentagen von seinem Wohnort in Dortmund-Persebeck bis zur Auffahrt Pferdebachstraße auf asphaltierte Straßen mit Autoverkehr aus. Das ist angesichts einer ansonsten attraktiven, weitgehend vom Autoverkehr getrennten Verbindung vor der Haustür besonders ernüchternd. Er fordert die Stadt Witten auf, einen Kosten-Vergleich zwischen fortgesetzter Unterhaltung der wassergebundenen Decke und einer Asphaltierung anzustellen, und fragt welche Mittel für Planung und Bau erforderlich wären und welche Fördermöglichkeiten geprüft wurden. Der ADFC Kreisverband Ennepe-Ruhr unterstützt ausdrücklich das Anliegen und die Forderungen von Weiner.
Die Stadt Witten blickt in „Je oller, je doller!“ mit einem Seitenblick auf den Haushalt nach vorne: weitere Streckenstücke des Esels könnten asphaltiert werden, mindestens aber Oberflächen an Zuwegungen verbessert werden. Als bester Aufholer des ADFC Fahrradklima-Tests unter den Städten mit 50.000 bis 100.000 Einwohnerinnen und Einwohnern in 2024, würde eine durchgängige Asphaltierung des Rheinischen Ost-Esels sicherlich dem Fahrradklima in Witten guttun, das ja nach dem aktuellen Test erst wieder in 2028 ermittelt wird.








