
Radschnellweg WF - BS (KI-generiert) © ADFC WF | Thilo Neumann
Kommunalpolitik beendet Planung für Radschnellweg Wolfenbüttel - Braunschweig
Mit einem nachträglichen Rücktritt von dem im Verwaltungsausschuss der Stadt Wolfenbüttel mehrheitlich beschlossenen Projekt würde eine große Chance vertan, die lokale Radinfrastruktur auf ein neues Niveau zu heben.
Radschnellweg WF-BS
Radschnellverbindungen ermöglichen es, mit dem Fahrrad große Strecken zügig, sicher und bequem zurücklegen. Der hohe Standard dieser Infrastruktur soll den Radverkehrsanteil vor allem von Pendlerfahrten auf Distanzen von bis zu 15 Kilometern erhöhen unddazu beitragen, dass Autofahrende aufs Rad umsteigen, wobei der Winterdienst eine ganzjährige Nutzung ermöglicht. Darüber hinaus zeigt sich, dass bereits umgesetzte Radschnellwege sich wie ein Magnet auf den Radtourismus auswirken und bei seit Jahren stetig steigendem Anteil an Freizeitradler*Innen auch deren Bedarf entgegenkommen.
Ein Radschnellweg zeichnet sich durch folgende Kriterien aus:
- ermöglicht Durchschnittsgeschwindigkeiten von 20 km/h
- Verlauf meist getrennt von Flächen anderer Verkehrsarten
- Mindestlänge von in der Regel fünf Kilometern
- Mindestbreite von drei Metern (einspurig) beziehungsweise vier Metern (zweispurig)
- sichere und komfortable Kreuzungspunkte
- hohe Belagsqualität und Verkehrssicherheit (z.B. durch Beleuchtung)
- möglichst direkte Streckenführung ohne viele Umwege
- wenig Zeitverluste durch Warten, Halten oder Beschleunigen
- gute Einbindung in das übrige Radverkehrsnetz (inklusive Wegweisung)
Kosten und Nutzen von Radschnellwegen stehen dann in einem sinnvollen Verhältnis, wenn ein Aufkommen von mindestens 2000 Radfahrern pro Tag erreicht wird, dies ist auf der Strecke Wolfenbüttel – Braunschweig in einer Machbarkeitsstudie vorab durch Verkehrszählungen verifiziert worden und war Voraussetzung für die Zuteilung der Fördergelder.
Mit einem nachträglichen Rücktritt von dem im März 2019 durch den Verwaltungsausschuss der Stadt Wolfenbüttel mehrheitlich beschlossenen Projekt, wie jetzt von den CDU- und FDP-Ratsfraktionen avisiert, würde eine große Chance vertan, die lokale Radinfrastruktur auf ein neues Niveau zu heben und damit auch den innerstädtischen Verkehrsraum zu entlasten. Die Begründung, in der die bestehenden Radverbindungen nach Braunschweig als „ausreichend“ bezeichnet werden, heißt Äpfel mit Birnen zu vergleichen und zeigt, wie wenig die Belange des Radverkehrs die genannten Fraktionen tatsächlich tangieren.








